Wechselkurse

Wechselkurse werden durch den Handel an den Devisenmärkten durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Notierung der Kurse wird am Ende eines Handelstages vorgenommen und gilt normalerweise bis zur nächsten Festlegung (Notierung). Ein Wechselkurs bezieht sich immer auf zwei bestimmte Währungen, beispielsweise zwischen Euro und Dollar. Anders ausgedrückt beantwortet der Wechselkurs die Frage, wie viele Dollar mit einem Euro an einem bestimmten Tag gekauft werden können. Wenn 1 Euro 1,31 Dollar kaufen kann, ist der Wechselkurs von Euro zu Dollar 1,31.

Geld in Form verschiedener Währungen ist selbst eine Handelsware. Währungen werden als Devisen gehandelt. Im internationalen Devisenhandel flottieren die Umtauschkurse für die meisten Währungen frei, das heißt sie verändern sich kontinuierlich als Folge des Handelsgeschehens. Die großen Akteure im Devisenhandel sind die Zentralbanken der Länder, Geschäfts- und Investmentbanken, Versicherungen und große internationale Firmen.

Es gibt aber auch feste Wechselkurse, die kleinere Währungen gegenüber größeren festschreiben. So haben verschiedene lateinamerikanische Länder Wechselkurse, die an den US-Dollar gekoppelt sind. Einige Länder der EU, die noch nicht zum Euroraum gehören, haben die Kursentwicklung ihrer Landeswährung an den Euro als Bezugs- oder Referenzwährung gekoppelt.

Die Zentralbanken einzelner Länder oder Währungsräume (Eurozone) können durch groß angelegte Kauf- und Verkaufsaktionen die Wechselkurse mitunter gezielt in eine gewünschte Richtung verändern. So wurde in der Vergangenheit mehrfach durch Intervention der Europäischen Zentralbank der stark flottierende Dollarkurs unterhalb eines bestimmten Niveaus stabilisiert.

Auch Auf- oder Abwertung von Währungen sind in Zeiten großer Veränderungen gängige Praxis. Einzelne Länder können ihre Landeswährung gegenüber anderen Währungen auf- oder abwerten. Dies passierte mit dem Schweizer Franken, der gegenüber dem Euro immer teurer wurde. Da ca. zwei Drittel der Produkte, die die Schweiz herstellt, in die Eurozone verkauft werden, beschloss die Schweizer Nationalbank (SNB), unbegrenzt Devisen aufzukaufen, um den Franken abzuwerten und die Geschäfte mit der EU anzukurbeln.

Die Entwicklung der Wechselkurse auf den Devisenmärkten ist ein komplexes Geschehen und wird von vielen Faktoren bestimmt. Alle Vorhersagen über Wechselkursentwicklungen sind daher mit Vorsicht zu genießen.